Reallabor-Service

Was ist ein Reallabor?

Was ist ein Reallabor? Wir definieren Reallabore als zeitlich begrenzte Testräume, in denen neuartige Technologien oder Prozesse unter realen Bedingungen und mit Ausnahmeregelungen im Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung / Politik und Gesellschaft entwickelt werden.

Wer? HSF Meißen, Mitarbeitende des Reallabor Service

Für wen? Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung, 4transfer

Wie? Konzeptentwicklung und Aufnahme von Bedarfen für Reallabore

Wo? vor Ort bei den geplanten Reallaboren und an der HSF Meißen

Warum? Absenken der Hürden und Unterstützung bei der Eröffnung von Reallaboren

Partner:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft arbeiten zusammen, um für ein komplexes Problem eine nachhaltige und sozial akzeptierte Lösung zu entwickeln. Hierbei werden unterschiedliche methodische Ansätze genutzt um „live“ im Prozess zu erlernen, welche Lösungen umsetzbar sind. Im besten Fall können die so erarbeiteten Lösungen später auf ähnliche Probleme übertragen oder überregional genutzt werden.

Wobei wir unterstützen:

Die Reallabor-Servicestelle ist die zentrale und kompetente Anlaufstelle für diejenigen, die auf eine komplexe Fragestellung eine innovative Lösung oder einen Lösungsansatz mithilfe eines Reallabors suchen. Die Frage- oder Problemstellung kann dabei aus der Verwaltung, Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft oder allgemein aus der Gesellschaft kommen.

Wir bieten folgende Leistungen an:

 


Reallabore verstetigen – Regionen nachhaltig stärken

4transfer 

4transfer moderiert Thementisch „Strukturen und Verstetigung“ auf der Regionalpolitischen Jahrestagung 2026 des BMWE

Wie können Reallabore ihre Wirkung über einzelne Projekte hinaus entfalten? Und wie gelingt es Regionen, aus zeitlich befristeten Experimenten dauerhafte Innovationsstrukturen zu entwickeln?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich der von Lydia Näke (HSF Meißen) und Dr. Thomas Fischer (TU Bergakademie Freiberg) moderierte Thementisch „Strukturen und Verstetigung“ im Rahmen der Regionalpolitischen Jahrestagung 2026 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) am 2. März 2026 in Halle (Saale). Der Workshop „Reallabore als Motor für Innovationen in Regionen – Strategien, Potenziale und Politikgestaltung“ brachte rund 60 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen.

Von der Projektidee zur dauerhaften Struktur

Reallabore sind Orte des Experimentierens: Innovationen werden unter realen Bedingungen getestet, regulatorische Spielräume genutzt und neue Formen der Zusammenarbeit erprobt. Doch häufig stellt sich nach Abschluss einer Förderphase die Frage: Was bleibt?

Die Diskussion am Thementisch machte deutlich, dass Verstetigung kein Automatismus ist. Sie muss frühzeitig strategisch mitgedacht werden. Erfolgreiche Reallabore sind in bestehende regionale Strukturen eingebettet – etwa in Wirtschaftsförderungen, Clusterinitiativen, Hochschulnetzwerke oder kommunale Innovationsstrategien.

Zentrale Erkenntnis: Reallabore entfalten ihre volle Kraft erst dann, wenn sie Teil einer langfristigen Innovationsarchitektur werden.

An bestehende Strukturen anknüpfen

Die Teilnehmenden identifizierten zahlreiche regionale Anknüpfungspunkte, auf denen Reallabore aufbauen können:

  • Wirtschafts- und Clusterstrukturen
  • kommunale und regionale Wirtschaftsförderung
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Modellregionen und bestehende Netzwerke
  • Landes- und Bundesinitiativen mit Transferauftrag

Statt neue Parallelstrukturen zu schaffen, wurde vielfach dafür plädiert, bestehende Strukturen gezielt weiterzuentwickeln und um Reallabor-Kompetenzen zu ergänzen.

Erfolgsfaktoren für Verstetigung

Im Austausch kristallisierten sich mehrere Handlungsfelder heraus:

1. Strategische Einbettung

Reallabore sollten frühzeitig in regionale Innovationsstrategien integriert werden. Ein „strategisches Dach“ erleichtert Prioritätensetzung, Ressourcenbündelung und politische Rückendeckung.

2. Starke Allianzen

Verstetigung braucht belastbare Kooperationen zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Einzelakteure können Impulse setzen – tragfähig werden Strukturen jedoch nur im Verbund.

3. Rechtliche und administrative Rahmenbedingungen

Diskutiert wurden u. a. Experimentier- und mögliche Standardöffnungsklauseln sowie der Bearbeitungsstand des geplanten Reallabor-Gesetzes. Ebenso wichtig ist ein Mentalitätswandel in der Verwaltung: Reallabore erfordern aktive Mitgestaltung statt rein formaler Genehmigungspraxis.

4. Institutionelle Verankerung und Finanzierung

Geschäftsstellen, Netzwerkstrukturen oder Clusteranbindungen können dazu beitragen, Wissen zu sichern und dauerhaft zugänglich zu machen. Verstetigung bedeutet auch, Ressourcen und Zuständigkeiten klar zu definieren.

Wissen sichern und weitergeben

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem systematischen Wissenstransfer. Reallabore erzeugen wertvolle Erkenntnisse – sowohl technologisch als auch regulatorisch. Damit dieses Wissen wirksam wird, braucht es:

  • klare Zieldefinitionen und messbare Kriterien,
  • frühzeitig definierte Evaluationskonzepte,
  • transparente Dokumentation von Lernprozessen,
  • Strukturen, die Erkenntnisse in Politik und Verwaltung zurückspielen.

Damit knüpfte die Diskussion unmittelbar an das Vorgehen des Reallabor Services an, der praxisorientierte Hinweise zur Planung, Umsetzung und Evaluation von Reallaboren gibt.

Rolle des Reallabore-Innovationsportals

Mehrfach wurde die Rolle des Reallabore-Innovationsportals adressiert. Neben der Informationsbereitstellung sehen die Teilnehmenden Potenzial in einer erweiterten Funktion als:

  • Lotsenstelle für Regionen,
  • Plattform für Best Practices,
  • Vernetzungsraum zwischen Ländern, Kommunen und Bund,
  • Impulsgeber für strategische Weiterentwicklung.

Das Portal könnte so stärker zum Knotenpunkt eines bundesweiten Lern- und Transfernetzwerks werden.

Fazit

Die Diskussion in Halle hat gezeigt: Reallabore sind weit mehr als einzelne Innovationsprojekte. Sie sind Instrumente regionaler Transformationspolitik – vorausgesetzt, sie werden strukturell verankert, strategisch ausgerichtet und institutionell abgesichert.

Für 4transfer bleibt die Verstetigungsfrage ein zentrales Arbeitsfeld. In den kommenden Monaten werden wir ausgewählte Aspekte vertiefen – insbesondere Modelle institutioneller Verankerung, Fragen des Wissenstransfers und die Rolle der Verwaltung als aktive Mitgestalterin von Innovation.

4transfer auf dem 2. Sächsischen Forum Nachhaltigkeit

Nachhaltig gute Stimmung im 4transfer-Team
Nachhaltig gute Stimmung im 4transfer-Team   © 4transfer

Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung im Jahr 2023, lud der BVMW e.V. gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Mittelsachsen am 17. Januar 2024 zum zweiten Nachhaltigkeitsforum in die Alte Mensa Freiberg. Die Veranstaltung richtete sich an alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die Interesse an der Erarbeitung, Weiterentwicklung und Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten haben und mehr über damit verbundenen Potentiale erfahren wollten.

Die spannende Zusammenkunft begann mit einer kurzen Eröffnung und Grußworten des Landrates Dirk Neubauer. Hier, sowie in den folgenden Impulsvorträgen, wurden die Notwendigkeit, Herausforderungen und Ziele, welche uns im Zuge eines nachhaltigen Handelns begleiten, verdeutlicht. Daraus ergaben sich anregende Diskussionen, welche während der anschließenden Ausstellermesse ausgeweitet werden konnten.

Das Verbundprojekt 4transfer wurde durch Vertreterinnen und Vertreter der TU Bergakademie Freiberg, der BA Sachsen sowie der Reallabor-Servicestelle der Hochschule Meißen repräsentiert und von Dr. Stephan Meschke (TUBAF) unter dem Titel: „Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft nutzen für mehr Nachhaltigkeit und Transfer“, einleitend vorgestellt. Das große Interesse am Projekt, das Knüpfen vieler neuer Kontakte aus unterschiedlichsten Forschungs-, Handwerks- und Dienstleistungsunternhmen und nicht zuletzt auch die tolle Zusammenarbeit der Projektpartner untereinander, lassen ein mehr als positives Fazit zur Veranstaltung ziehen und machen Vorfreude auf ein potentiell drittes Forum im nächsten Jahr. 

4transfer auf dem recomine Reallabor-Workshop

Hochmotiviert und der Kälte zum Trotz - 4transfer im Einsatz
Hochmotiviert und der Kälte zum Trotz - 4transfer im Einsatz   © Prof. Dr. Oliver Jokisch (HSF Meißen)

Am 30. November 2023 lud das recomine-Bündnis gemeinsam mit dem 4transfer-Innovationsverbund zum ersten Reallabor-Workshop nach Ehrenfriedersdorf.

Die recomine Vison beinhaltet, regional gewachsene Kompetenzen im Bereich der Umwelttechnologien weiterzuentwickeln und diese mit Technologien zur Erschließung disperser Rohstoffquellen zu verknüpfen. Typische Altlasten des Erzgebirges werden zu Erprobungs- und Demonstrationsstandorten und sind dann beispielhaft für Altlasten weltweit. Zusammen mit dem 4transfer-Innovationsverbund steht man für die Einbindung von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung bzw. Politik und Gesellschaft in Transferprozesse.

Zunächst wurden im Saal der Zinnerz Ehrenfriedersdorf GmbH drei Impulsvorträge zum Thema Reallabore vorgestellt. Rico Blei sprach dabei über Reallabore im Verwaltungskontext als Testräume für Innovationen. Anschließend fand eine rege Diskussion über das geplante recomine Reallabor statt, moderiert durch Dr. Stephan Meschke (TU Bergakademie Freiberg) und unter Beteiligung von Prof. Dr.-Ing. Oliver Jokisch. Programmabschluss bildete ein Besuch des Projektstandorts TERZINN in die Grube Ehrenfriedersdorf.

 


Ihre Ansprechperson

Dokumente zum Download