Participate!

4transfer-Bürgerbeteiligungsformate

Participate!-Formate ermöglichen den Austausch zwischen Akteuren unterschiedlichster Fachgebiete. Hierdurch können regionale Herausforderungen im direkten Austausch gelöst werden.

Participate! XII: Der liebe Gott und die Demokratie

Mitten in der Wanderausstellung „Religiöse Vielfalt in Sachsen“, die in der Mensa der HSF Meißen Religionsgemeinschaften portraitiert, wurde am 01.07.2026 zu einem Participate!, moderiert von Arne Petersen (4transfer Innovationsverbund), eingeladen. Die Vorlage, die sich durch die Ausstellung bot, nutzte Prof. Dr. Thomas M. Schimmel, Politikwissenschaftler an der HSF als Impuls, um Interessierten anzubieten, über das Spannungsfeld zwischen demokratischen Grundverständnis und Glaubensrichtung zu reflektieren. 

Entwickelt wurde die Wanderausstellung von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB). Deren Leiter, Dr. Roland Löffler, ermunterte die Teilnehmer, neugierig auf verschiedene Glaubensgemeinschaften und deren Spiritualität zu sein. Das ermögliche Begegnungen mit der gesellschaftlichen Pluralität, die an der Verwaltungshochschule – anders als im Freistaat Sachsen – nicht sehr ausgeprägt sei. Prof. Dr. Thomas M. Schimmel sprach im Anschluss an Löfflers kurzer Einführung über das Spannungsverhältnis von Religion und Demokratie, das immer wieder zu Konflikten führe: Religionsfreiheit einerseits, religiöse Regeln andererseits (beispielsweise öffentliche Diskussionen über Themen wie Kopftuch, Schächten, Kreuz in Klassenzimmern).

Zwei Workshops boten an, sich noch intensiver mit der Thematik zu beschäftigen. Bei Dr. Thomas Arnold (Leitungsstab Sächsisches Staatsministerium des Innern) wurde die Rolle der Religion in demokratischen Verwaltungen beleuchtet. Die Teilnehmer skizzierten, dass Religion Aspekte im menschlichen und gesellschaftlichen Leben bearbeite, zu denen Demokratie nichts beitragen könne. Im Workshop von Peter Jörgensen (Berater für Politik und Religion in Berlin) diskutierten die Teilnehmer über die Rolle der Religion in der Außenpolitik. Ein Resultat: Religionen spielen in Friedensprozessen oftmals eine wichtige Rolle, die universalen Menschenrechte müssten allerdings die zielführenden Leitfäden in der Entwicklung von Beziehungen zwischen den Völkern sein.

Die Teilnehmer mäanderten durch Themenfelder wie der Säkularisierung, dem Verlust des Göttlichen als Voraussetzung der demokratischen Lebensweise, dem Wandel von göttlichen Gesetzen zu weltlich verhandelbaren Menschenrechten. Neben dem Trennungsgebot, das allen Bürgern – unabhängig ihres Glaubens – die gleichen Rechte garantiert, wurde sogar das Böckenförde-Diktum gestreift. Der Staatsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde prägte den berühmten Satz: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Die Demokratie ist auf Werte, wie Solidarität und Nächstenliebe, angewiesen, die historisch aus dem Religiösen stammen, diese aber heute selbst verwalten muss. Hier schloss sich der Kreis zur Verwaltungshochschule und ihrer Staatsrechtslehre.

Ein Baustein im Projekt Pop-up Science mit der Stadt Großenhain, Participate! XI

Beim Großenhainer Stadtfest stellte der Innovationsverbund 4transfer am 20.06.2026 die Ergebnisse vor, die im Pop-up Science Projekt „Stolz meiner Stadt“ entstanden. In Zusammenarbeit mit dem einen Partner, der HSF Meißen, entwickelten Studierende Fragebögen zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. Mit dem anderen Partner, dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft e.V., wurde diese Vorarbeit als Grundlage dafür genutzt, einen Dokumentarfilm von Künstlern produzieren zu lassen. Bereits bei der Premiere auf dem Stadtfest sahen über 400 Großenhainer Bürger das Ergebnis.

Die Filmpremiere fand nach einem Participate! statt, bei dem sich interessierte Bürger mit Gesprächsgästen wie Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach, Klimaschutzmanagerin Fr. Dr. Fanny Paschek und Katrin Kappenberger, 4transfer Standortleiterin des Landesverband Kultur- und Kreativwirtschaft e.V., sowie dem Künstler Sebastian Bieler unterhalten konnten. Die Stadt Großenhain setzt auf den intensiven Austausch mit seinen Bürgern und arbeitet daran, ihr Leitbild fortzuschreiben, aus dem der Claim Freundliche Stadt im Grünen hervorgegangen ist. Während der Diskussion bestätigten viele Anwesende, dass sie sich mit diesem Claim identifizieren. Viele fühlen sich sehr wohl in Großenhain.

Rund 160 Verwaltungsstudierende der HSF waren dabei involviert, einen Fragebogen zur „Identifikation mit dem Wohnort“ zu entwerfen, der bereits während des Stadtfestes von 120 Teilnehmern ausgefüllt wurde und als Grundlage für die Interviewfragen des Films dienten. Der Stadt Großenhain werden die Ergebnisse zur Verfügung gestellt.

Participate! X: Administration international gedacht

Ein ganz besonderes Participate! fand am 15.05.2026 während des FrühlingsCampus statt, ein einwöchiges Treffen von Studenten aus der Ukraine und Polen als Gäste der HSF Meißen. Gemeinsam mit den Verwaltungsstudenten der HSF Meißen wurde anhand eines aktuellen Fallbeispiels der Stadt Meißen internationales Zusammenarbeiten erprobt. Die Aufgabenstellung, ein Konzept für eine attraktive Innenstadt zu entwerfen, wurde mit den Erfahrungswerten gekoppelt, wie international gedacht, geplant und umgesetzt wird. Die ukrainischen und polnischen Studenten adaptierten die Aufgabe in ihre Wohnorte.

Während des Participate! nahmen die Teilnehmer neue Rollen ein, Personas, die Bürger, Geschäftsinhaber und Verwaltungsmitarbeiter abbildeten. Mit diesen detaillierten Identitäten ausgestattet, was Beruf, Alter, Job, Familienstand und Lieblingsinteressen anging, recherchierten die Teilnehmer, sammelten Materialien und argumentierten bei einer durch eine fiktive Bürgermeisterin geleiteten Konferenz für ihre Belange. Abschließend formulierten die Interessensgruppen jeweils Empfehlungsschreiben mit Dos, Must-haves und Dont´s. Diese Erkenntnisgewinne und der persönliche Perspektivwechsel wirkten als Transferleistungsangebot im Hinblick auf ihren jeweils tatsächlich zukünftig ausführenden Tätigkeitsbereich.

Participate! IX: Gemeinsam für Prozessverständnis sorgen

Das Participate! „„Prozess des Ankommens für Familien mit Kindern in Dresden“ liegt ganz in den Händen des Netzwerkes für Bildungsgerechtigkeit (NeBi). Um die Prozessschritte unter die Lupe zu nehmen, hat Koordinatorin Anna Feig Beteiligte gewinnen können, die im 4transferLab die Bereitschaft, Wissen zu teilen und für Transparenz zu sorgen, dankbar annehmen. Mit dabei am 5- März 2026 sind das LaSuB (Landesamt für Schule und Bildung), das Amt für Schulen, Gesundheits-, Jugend- und Sozialamt, Integrationsbeauftragte, Schul- und Hortleiter und Vertreter des Welcome Center, ein Angebot der Ausländerbehörde. Gemeinsames Ziel ist es, den Prozess zu durchdringen und eine bereits im Vortermin begonnene digitale Prozessdarstellung zu ergänzen.

Die identifizierten Störfaktoren sind vielfältig, es gibt Reibungspunkte, die beispielsweise durch Unkenntnis der Prozessschritte entstehen. Es stellt sich heraus, diese können sehr individuell sein und sogar in ihrer Reihenfolge variieren.

Je tiefer in die Prozesslandkarte eingestiegen wird, umso individueller die aufgezeigten Dilemmata, die mit Beispielen untermauert werden: Ausländische Eltern gehen nicht zu Sprachkursen, weil die Kinder nicht zur Schule gehen. Anderes Fallbeispiel: Kinder, die nicht – auch nach direkter Aufforderung – in der Schule angemeldet werden. Welche Bedeutung hat das Schulrecht und die Schulpflicht in Abhängigkeit mit der Zeit in der Erstaufnahme und der Zuweisung eines Wohnortes in einer Kommune.

Die Erfahrungen werden mitgeteilt, die Prozesslandkarte korrigiert, ergänzt und in der Selbstreflexion festgestellt, dass die 21 Teilnehmer des Participate! als Funktionsträger ihrer Institutionen kaum Prozesse beeinflussen können. Aber Informationen können gebündelt werden, Netzwerke gefestigt und übergreifende Zusammenfassungen auf Webseiten vorangetrieben werden. Sicher ist für alle, es bedarf einer Fortsetzung des Treffens.

Participate! VIII als Teil der Bestandsaufnahme der politischen Kultur in Meißen

Die Beteiligung beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ermöglichte es, dass die Stadt Meißen und die HSF miteinander kooperierten. Die Stadt hat ein Interesse, wie es um ihre Demokratie steht, die Hochschule schafft die Datensätze. Nach wissenschaftlichen Standards und parteiunabhängig erstellten studentische Projektgruppen eine „Situations- und Ressourcenanalyse“. Ergänzend zu diesen umfangreichen Arbeiten wurden mit spezifischen Zielgruppen zwei Participate-Veranstaltungen am 02. und 04. Dezember 2025 über 4transfer durchgeführt. Teilgenommen haben zum einen gesellschaftliche Akteure aus Vereinen und Initiativen und zum anderen politische Funktionsträger. Sie dienten als Ergänzung der Erhebungen und flossen in den Abschlussbericht der Untersuchung mit ein.

Quartier im Wandel - Participate! IV

Redebeitrag eines Anwohners
(c)Crispin-I. Mokry 

Um was ging es? 
Im Juni 2024 fand hier, im 4transfer LAB, eine Participate! Veranstaltung statt. Ein Treffen, in dem Nachbarn, Anwohner, Interessierte, ermuntert wurden, mitzumachen. Sich auszutauschen, ihre Meinung zu sagen. Das Motto: „Quartier im Wandel - Solidarität, Städtebau und Kreativität anhand des Kiosk of Solidarity“. Dieser Kiosk ist eine Erfindung des Künstlers Moritz Ahlert und kann überall aufgestellt werden, um einzuladen. Hier wird gesprochen, hier ist Treffpunkt, um Gedanken und Ansichten auszutauschen.
In Berlin tourt der mobile Kiosk of Solidarity und gibt Vereinen und Initiativen einen Ort im Kiez direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Das übergeordnete Thema dabei ist die Gentrifizierung, der Umbau und die Modernisierung von Stadtteilen mit der Folge von Verteuerungen und einem Strukturwandel hin zu zahlungskräftigeren Eigentümern und Mietern.
Wir, das 4transfer Team, sind Mieter in einer neu entstandenen Immobilie und nutzen diese Räume als Ort der Begegnung und des Austauschs, das 4transferLAB.
Wir, das 4transfer Team, stehen für ein Miteinander und wollen zum Mitmachen anregen, um sich Veränderungen und Entwicklungen zu stellen. Deshalb haben wir den Kiosk of Solidarity als Anlass genommen, mit Anwohnern ins Gespräch zu kommen und zugleich ein Forum angeboten, dass Menschen, die bisher nicht miteinander im Austausch waren, das taten.
Ein wenig Skepsis zu Beginn und ein langes Check out, das noch viel länger hätte sein können, so war das Participate!
Und hier sind die Ergebnisse der drei Workshops:

Quartier im Wandel: Solidarität
Preisträger Moritz Ahlert war Sparringpartner für den Workshop, der anhand der Idee des Kiosk of Solidarity eine Diskussion entfachte über ein gelungenes Miteinander. Die Erfahrung und Ansichten der Teilnehmer standen im Mittelpunkt. Fragestellungen waren, Wie erlebe ich das Hechtviertel, Was ist mir wichtig in meinem Umfeld und wie muss die Umgebung gestaltet sein. Wie komme ich zu einem Miteinander, was und wie möchte ich etwas verändern. Die Fülle der Themen, die die Teilnehmer bewegten seht ihr in der untenstehenden Galarie.

Was macht das Hechtviertel noch lebenswerter?
Dieser Lageplan war Grundlage für diejenigen, die sich aus der Perspektive des Stadtbaus und der Stadtplanung dem Thema näherten. Gemeinsam mit dem Architekten Michael Milew wurde diskutiert, was gefällt und was für Verbesserungen gibt es. Milew ist vom Fach, seit vielen Jahren setzt er sich aktiv in Bürgerinitiativen und im Stadtparlament von Freiberg für lebenswerte Stadträume ein. Zusammengetragen wurden Positives (grüne Post-It) und Negatives (rote Post-It). Viele Orte gefallen, dabei sind auch vielleicht eher unbekannte Kleinode zu entdecken, wie ein 3. Hinterhof in der Rudolf Leonard Straße. Eine fehlende Beleuchtung beim Spielplatz in derselben Straße hinter dem Königsbrücker Platz zeigt die Kehrseite.
Was braucht es, dass sich alle im Hechtviertel noch wohler fühlen? Wir sammeln die Ideen und übermitteln sie der Stadt Dresden.

Street Art? Das ist auch Graffiti!
Wie funktioniert Graffiti, wo kommt es her, was bewirkt es im Stadtbild? Diesen Fragen stellten sich die Teilnehmenden des Workshops von Jens Besser, Künstler und Designer. Als Sparringpartner weiß er, wovon er redet, seine Graffitis sind Auftragswerke, die am Bischofsplatz zu sehen sind. Dass andere diese übermalen stört ihn nicht. Seine Devise: „Graffiti ist ein Ausdrucksmittel. Die Menschen wollen gehört werden.“
So probierten sich die Teilnehmenden darin, Botschaften per Graffiti zu transportieren oder sich mit den Botschaften von anderen auseinanderzusetzen. Das 4transferLAB wird immer wieder Projektionsfläche von politischen Botschaften, Zahlenfolgen der Antifa-Bewegung sind auch hier auf dem gemeinsam entstandenen „Graffiti-Plakat“ zu sehen. Von Parolen, „Wahlrecht ab 0 Jahren“, bis zu Ergebnissen lebhafter Diskussionen, die in einem Satz münden, „Brachen müssen nicht kommerziell genutzt werden“, die Bandbreite zeigt, Graffiti transportiert das Bedürfnis, sich seiner Umwelt mitzuteilen.
 

Gedankenlabor Görlitz - Participate! III

Austausch mit Vertretenden des Landkreises Görlitz
© 4transfer

Am 6. Juni 2024 führten wir gemeinsam mit Kolleginnen der Abteilung Strukturentwicklung, Wirtschaftsförderung und Internationale Beziehungen des Landkreises Görlitz, ein Austauschformat mit Bediensteten der Region durch. Details zu diesem inner- und interbehördlichem Austausch sind hier zu finden:

Gedankenlabor Görlitz

Lass es real werden - Participate! II

Zu einem "Nikolaus-Sonderformat" fanden sich Studierende der Digitalen Verwaltung am 6. Dezember 2023 in der Cafeteria der HSF Meißen zusammen und beschäftigten sich mit dem Zusammenspiel aus Bürgerinnen, Bürgern und Verwaltung im Kontext einer Wunschbehörde.

Bereits die Studierenden werden in Ihren praktischen Erfahrungen mit pauschalen Aussagen, wie „Wir könnten ja mal …“, oder „Ich habe da mal eine Idee, wie man es besser macht …“, konfrontiert. Zugleich erfahren sie, dass den Ansätzen bisher nur unzureichende Taten im Arbeitsalltag folgen.

Hier gilt es die nächsten Schritte zu setzen. In dem 4transfer-Workshop ging es darum zu erproben, wie innovative Ideen im Verwaltungskontext umgesetzt werden könnten, aber beispielsweise auch, welche Informationssicherheitsaspekte (gemäß BaDV-14-Lehre) dabei eine Rolle spielen und welche Handlungsanweisungen benötigt werden.

Die Referenten des 4transfer-Projekts, Arne Petersen und Rico Blei, konnten den Teilnehmenden so vermitteln, dass ihr Handeln schon jetzt über künftige Prozesse in der Verwaltung entscheiden kann.

Im Miteinander geht's besser - Participate! I

„Wie nah sind wir uns?“ Diese Fragestellung war Startpunkt, sich über die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft und Verwaltung auszutauschen. Mehr als 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten mit bei der Auftaktveranstaltung des neuen Formates Participate! des Innovationsverbundes 4transfer am 17. Oktober 2023 an der Hochschule Meißen.

Die Teilnehmenden tauschten sich intensiv in wechselnden Diskussionsrunden aus. Neben Bürgerinnen und Bürgern sowie Verwaltungsmitarbeitenden nahmen auch Studierende der HSF Meißen teil.

Der Weg führte von den gängigen Stereotypen, wie Verwaltungsvorgänge gesehen werden, über den konstruktiven Austausch hin zu Verbesserungsvorschlägen.

 


Ihre Ansprechperson

wissenschaftlicher Mitarbeiter Kommunikation und Koordination

© Crispin-Iven Mokry